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Fragen & Antworten rund um Sodbrennen, Refluxerkrankung
und andere Erkrankungen von Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm

(Fast) alles über Sodbrennen

Seit der Geburt meines Sohnes vor anderthalb Jahren leide ich (28) permanent unter Magenbeschwerden. Zuerst hatte ich ständig Halsweh (hauptsächlich Nachts), dann Magenschmerzen und Krämpfe. Der Gastroenterologe meinte nach einer Magenspiegelung, ich habe eine 'geringgradige Magenschleimhaut-Entzündung' und einen 'insuffizienten unteren Sphinkter'. An der Speiseröhre war nichts zu sehen. Dann fing der Horror erst an: Verschiedene Säurehemmer, selbst in hoher Dosis, halfen nur kurz oder überhaupt nicht. Seitdem geht es mir immer schlechter: Seit einigen Monaten leide ich sogar zum ersten Mal richtig an Sodbrennen (vor allem oben am Hals unterhalb des Kehlkopfes). Die Tabletten schlagen nicht richtig an, essen kann ich so gut wie nichts mehr (kann kaum noch etwas vertragen).

Linda N., Dortmund

Im folgenden sollen einige mal Sachverhalte grundsätzlich geklärt werden:

  1. Sodbrennen ist nur ein Symptom (=eine Beschwerde), das bei verschiedenen Gesundheitsstörungen auftreten kann. Sodbrennen selbst ist keine Krankheit, sondern kommt z. B. auch bei völlig gesunden Menschen mal ganz normal vor. Z. B. nach einem fetten, sehr reichlichen Essen.
  2. Sodbrennen wird sehr oft ausgelöst durch sauren Mageninhalt, der auf die zarte Schleimhaut in der Speiseröhre ("Ösophagus") trifft. Dabei kann sich diese entzünden ("Ösophagitis") und nach vielen Jahren noch andere Veränderungen entwickeln (z. B. Narbenbildungen und Einengungen). Sodbrennen ist aber auch möglich, wenn der Mageninhalt überhaupt nicht sauer ist.
  3. Die Ursache von Sodbrennen ist a.) übermäßiger Rückfluss von Mageninhalt ("Reflux") infolge einer gestörten Funktion des Verschluss-Mechanismus zwischen Speiseröhre und Magen ("unterer Ösophagus-Sphinkter") und/oder b.) eine gestörte Selbstreinigungs-Funktion der Speiseröhre ("Ösophagus-Clearance"), die dazu führt, dass ganz normal zurückfließender Mageninhalt (passiert bei allen Menschen!!!) nicht ausreichend rasch und effizient wieder zurück in den Magen befördert wird. Insgesamt wird dies "Reflux-Krankheit" genannt, an der sehr viele Menschen chronisch leiden.
  4. Wenn Magensäure nur Auslöser, nicht aber Ursache einer Refluxkrankheit mit Sodbrennen und anderen Beschwerden ist, kann die medikamentöse Hemmung der Säure-Bildung oder -Freisetzung im besten Fall nur Beschwerden lindern (z. B. erst mal Sodbrennen beseitigen oder die Entzündung der Speiseröhre verbessern). Die Refluxkrankheit kann mit herkömmlichen Medikamenten jedoch nicht geheilt werden.
  5. Die Schmerzen der Reflux-Krankheit können sehr vielgestaltig sein. Bekannt sind die brennenden Schmerzen in der Herzgegend (engl. "heartburn"). Weniger bekannt sind Schmerzen, die bis in den Rücken oder den linken Arm ausstrahlen (ähnlich wie bei einem Herzinfarkt!). Sodbrennen im Kehlkopfbereich ist z. B. dann möglich, wenn saurer Mageninhalt bis dort oben hin "zurückschwappt" - eine nicht seltene Ursache für chronische Heiserkeit übrigens.
  6. Mit einer Speiseröhren- und/oder Magenspiegelung alleine sind die Probleme der Reflux-Krankheit in keinem Fall diagnostisch zu erfassen. Bei der Magenspiegelung kann beobachtet werden, ob die Schleimhäute von Speiseröhre oder Magen entzündet sind, oder andere Veränderungen (z. B. Vernarbungen) vorliegen, und es können Gewebeproben entnommen werden. Zur Diagnostik der Reflux-Krankheit hingegen sind zusätzlich die 24-Stunden-pH-Metrie (Säurebelastungs-Messung in der Speiseröhre über 24 Stunden), die Ösophagus-Manometrie (die Aufzeichnung von Druckschwankungen in der Speiseröhre im Zeitverlauf) und andere Verfahren notwendig. Falls Ihr Gastroenterologe nicht mit Ihnen über diese Optionen gesprochen hat, holen Sie sich von einem zweiten Facharzt eine "zweite Meinung" ein (zahlt die Kasse!). Oder fragen Sie in der nächsten Uniklinik (Abteilung für Innere Medizin - Gastroenterologie) nach "geeigneten" Fachärzten.
  7. Die Refluxkrankheit kann mal mehr anatomisch-körperlich (z. B. im Rahmen eines sog. Zwerchfell-Bruches), und mal mehr funktionell bedingt sein. Letzteres heißt: Das Organ ist eigentlich ganz in Ordnung, alles ist an seinem Platz und so weiter, aber die Funktion ist gestört. Besonders Ärzte, die sich mit Naturheilkunde (Homöopathie, Akupunktur u. a.) beschäftigen, haben oft wirksame Methoden, um solche gestörten Organfunktionen zu normalisieren. Bitte behalten Sie diese Option in Erinnerung.

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