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Fragen & Antworten rund um Sodbrennen, Refluxerkrankung
und andere Erkrankungen von Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm
Risikofaktoren der Refluxkrankheit

Wie wichtig sind eigentlich Einflüsse wie Übergewicht oder Hernien bei der Entstehung der Refluxkrankheit? Sollte ich abnehmen, bevor ich eine Anti-Refluxoperation durchführen lasse?
Jens K., München
- Im Krankheits-Risikofaktoren-Modell hat sich hinsichtlich der Refluxkrankheit folgendes herauskristallisiert:
- Übergewicht alleine scheint wohl eher ohne Einfluss auf das Auftreten oder die Stärke einer Refluxkrankheit zu sein (auch wenn das nicht "logisch" erscheint ... Druckerhöhung im Abdomen, und so). Selbst bei Schwangeren ist nicht die Druckerhöhung für das Sodbrennen relevant, sondern die Umstellung des "Hormonkleides", die zu Fehlfunktionen des Speiseröhren-Verschlussapparates führt.
- Eine Hiatus-Hernie wird überwiegend als relevanter eigenständiger Risikofaktor, hierbei auch im Zusammenhang mit Übergewicht, gewertet (siehe unsere Infos bei Sodbrennen-Welt.de). - Eine alleinige, erhebliche Gewichtsreduktion von Adipösen mit Refluxkrankheit und Hiatushernie wird hinsichtlich der anatomisch-mechanischen Belastung der Sphinkter-Funktionalität trotzdem oftmals zu einer Verringerung der Symptomatik führen. Bei bereits veränderten anatomischen Sphinkterstrukturen wird es jedoch sicher nicht generell zur 'restitutio ad integrum' kommen.
- Im Sinne eines Stufenplan ist sicher zuerst eine erhebliche Gewichtsreduktion anzustreben, bei weiter anhaltenden Beschwerden steht dann eine zeitlich begrenzte Medikation an (je nach Beschwerdeausmaß differenziert, max. 1 Jahr) und schließlich können Sie einen minimal-invasiver Korrektureingriff erwägen (Fundoplicatio & Hernioplastik o.ä.). Auch wenn Adipositas das OP-Ergebnis nach Erfahrung einiger Operateure nicht verschlechtert, ist jedoch auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit des OP-Erfolges bereits vorher eine Gewichtsreduktion anzustreben.