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Risikofaktor Streß


Sodbrennen, Gesundheit

Trotz vieler Errungenschaften reagiert der moderne Mensch auf Belastungssituationen noch wie seine urzeitlichen Vorfahren. Blitzschnell rüstet der Organismus alle verfügbaren Kraftreserven für eine Notfallreaktion, die auch als Kampf- und Fluchtreaktion bezeichnet wird. Egal ob diese Reaktion vor Jahrtausenden durch ein wildes Tier ausgelöst wurde oder heute durch eine Prüfungssituation oder negative Kritik eines Vorgesetzten - der Ablauf der Reaktion auf solche "Stressoren" ist immer gleich. Nachdem der Mensch eine von außen oder auch von innen (Einbildung, negative Gedanken) kommende Bedrohung registriert hat, kommt es zu einer ungeheuer schnellen Abfolge von Nervenübertragungen und Hormonfreisetzungen. Das "leistungsbereitstellende" Hormon ACTH aus der Hirnanhangdrüse stimuliert Schilddrüse und Nebenniere dazu, die sogenannten Streßhormone auszuschütten. Vor allem Adrenalin und Kortisol bewirken dabei über die Erregung des vegetativen Nervensystems eine schlagartige Veränderung im Herz-Kreislaufbereich, Atemgeschehen, Bewegungs- und Verdauungsapparat: Puls- und Atemfrequenz erhöhen sich, der Blutdruck steigt, die Skelettmuskulatur ist äußerst angespannt und die Blutgefäße verengen sich. Dagegen wird die Verdauungstätigkeit verlangsamt und Blut aus dem Magen-Darmtrakt abgezogen und zu den Muskeln, die kämpfen oder fliehen wollen, weitergeleitet. Ist die Streßsituation schließlich vorüber, schaltet der Organismus wieder auf eine angenehme Entspannungs- und Erholungslage um, wobei langsam die "Streßchemie" im Blut wieder abgebaut wird. Problematisch wird es allerdings, wenn die vegetative Umschaltung mißlingt, weil der negative Streß in sich "hineingefressen" und nicht sinnvoll abgebaut wird. Dann erhöht sich das innere und muskuläre Spannungsniveau und macht sich etwa in Kopfschmerzen, Magendruck oder Rückenverspannungen bemerkbar. Wenn die Streßhormone längere Zeit ungenutzt im Körper zirkulieren, kommt es dort zu ernsthaften Schädigungseffekten:

das Adrenalin erzeugt durch seine aufputschende Wirkung nicht nur eine Erhöhung des Blutdrucks, es fördert auch die höhere Gerinnungsfähigkeit des Blutes sowie eine schleichende Arteriosklerose, welche durch die starke Ausschüttung von Fettsäuren ins Blut zustande kommt. Schaut man sich die Wirkungen des Kortisols an, so stößt man hier auf ähnliche Effekte. Eine ständig erhöhte Kortisol-Konzentration im Blut intensiviert den Eiweißstoffwechsel derart, daß der Stickstoffanteil im Blut größer wird und die Neigung zur Geschwürbildung erhöht wird. Auch die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung des Kortisols kann bei Dauerstreß für eine Immunsystemschwächung sorgen, da die Neubildung von Abwehrzellen ebenso gehemmt wird wie die Stoffwechselfähigkeit der Nervenzellen. Eine wachsende Infektanfälligkeit hat hier ihre oftmals verkannte Ursache.



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