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Geschichte der Antazida
Altertum-Mittelalter (Terra sigillata)


Terra sigillata

Im Altertum spielten Antazida in Form von "gesiegelten Erden" eine bedeutsame Rolle. Darunter waren die 'Lemnischen Erden' besonders begehrt. In der Antike befand sich auf der Insel Lemnos ein Äskulapheiligtum. Die dortigen Priester waren gleichzeitig Heilkundige, die "terra lemnica" als Medizin einsetzten - vorwiegend gegen Vergiftungen. Plinius erwähnte in seinen Werken die Heilkraft der lemnischen Erde. Galen reiste sogar aus medizinischem Interesse eigens zur Insel und ließ sich über Herstellung und Wirkung informieren.

In der christlichen Ära wurden die wasserhaltige Tonerdesilikate u. a. auch gegen die Pest eingesetzt. Um die kostbare Arznei vor Fälschungen zu schützen, wurden die Tonkügelchen und - oblaten schon im Altertum mit einem Siegelstempel versehen - daher der Name "terra sigillata". Es gab viele verschiedene Abbau-Gebiete - so wurde auf Malta, in der Türkei, Portugal und Frankreich die Heilerde abgebaut. Aber auch in Deutschland wurde das teure Heilmittel gefunden: 1560 stellte der Hofapotheker Bernhard von Oschatz fest (er arbeitete für den Fürsten Wilhelm IV), dass Wasser aus Trinkgefäßen der laubachschen Tonerde ebenfalls Heilkraft besaß. Die Laubacher Heilerden-Produktion wurde unverzüglich aufgenommen und erhielt bald darauf Konkurrenz. Johannes Mantanus entdeckte nämlich ebenfalls Heilerde, die bald unter dem Namen "terra sigillata Strigonii" bekannt und im schlesischen Striegau abgebaut wurde. Bis weit in das 18. Jahrhundert gehörte "terra sigillata", aus unterschiedlichsten Abbaugebieten, zum offiziellen Arzneimittel-Schatz jeder bedeutsamen Apotheke.


Literatur:
Auszug aus: Die Sammlung 1 (1974 Solco Basel und Werbeagentur Olonetzky-Blatensperger, Zürich im Auftrag von Hormon-Chemie, München), S. 32.
Bildnachweis:
Die Sammlung 1 (1974 Solco Basel und Werbeagentur Olonetzky-Blatensperger, Zürich im Auftrag von Hormon-Chemie, München), S. 32.


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