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Das aktuelle Interview
Sodbrennen kann Asthma fördern


Sodbrennen

Hektik und Streß – ideale Grundlagen für Sodbrennen.

Wenn das Essen zu fett und die Chips zu viel waren, kennt es jeder aus eigener Erfahrung - "saures Aufstoßen" und Sodbrennen. Überraschenden neueren Erkenntnissen nach können schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Asthma, Heiserkeit, chronische Bronchitis und Herzbeschwerden oft die Folge sein. Die Redaktion von Sodbrennen-Welt.de befragte den Magen-Darm-Experten Professor Dr. Hans Bosseckert von der Uni-Klinik Jena über Ursachen und Zusammenhänge.


Professor Dr. Hans Bosseckert, Jena.

Professor Dr. Hans Bosseckert, Jena.

?: Herr Professor Bosseckert, was sind die Ursachen für das bekannte Phänomen "Sodbrennen"?

Prof. Bosseckert: Ein gesunder Magen produziert täglich etwa zwei Liter Säure. Sie ist notwendig, um die Verdauung zu erleichtern und schädliche Bakterien in Schach zu halten. Bei einem normalen Verschlußmechanismus der Speiseröhre zum Magen und einer normalen Entleerung des Magens kommt es kaum zu den Beschwerden des Sodbrennens. Bei nicht wenigen Menschen liegt der Verschlußdruck bei einer normalen, gesunden Ernährung aber gerade noch in einem ausreichenden Bereich. Wenn jetzt die Magensäurebildung fördernde Getränke wie Alkoholika, Kaffee, Säfte aus Zitrusfrüchten oder Nikotin, sowie fette Speisen konsumiert werden, dann tritt ein vermehrter Rückfluß von Magensaft in die Speiseröhre auf.

?: Das klingt gar nicht schlimm, aber nach neuen Erkenntnissen soll Sodbrennen schwerwiegende Folgeerkrankungen auslösen?

Prof. Bosseckert: Das ist richtig. Und zwar dann, wenn sich eben ein sogenannter Reflux (vermehrter Rückfluß von Magensaft in die Speiseröhre) einstellt.

?: Was können wir uns darunter vorstellen?

Prof. Bosseckert: Die Speiseröhrenschleimhaut hat im Gegensatz zur Magenschleimhaut keine Schutzmechanismen gegen den aggressiven Magensaft. Da dieser aggressive Säure enthält, wird die Schleimhaut durch den Säurereiz geschädigt und kann sich entzünden. Zudem werden Rezeptoren des vegetativen Nervensystems in der Speiseröhre gereizt. Dieser Reiz kann eine Verengung von Bronchien und Herzkranzgefäßen hervorrufen. Aber auch durch einen direkten Rückfluß bis in die Luftröhre kann es zur Schädigung der Stimmbänder (Heiserkeit) und zur Beeinträchtigung der Bronchien kommen.

?: Was dann wiederum zu spürbaren gesundheitlichen Beschwerden führt?

Prof. Bosseckert: Ja, daraus resultiert oft eine deutliche Beeinträchtigung der Atmung und Herzbeschwerden. Ein aktuelles Ergebnis einer Forschungsgruppe aus Fulda besagt, daß fast die Hälfte aller Asthma-bronchiale Patienten gleichzeitig einen erhöhten Säurereflux hat. Nicht selten kann Reflux für hartnäckigem Husten, Heiserkeit und chronische Bronchitis ursächlich sein.

?: Was sind die Anzeichen dieses "Reflux"?

Prof. Bosseckert: Die klassischen Symptome sind "saures Aufstoßen", Magendruck oder ein "Brennen hinter dem Brustbein". Allerdings muß kein einziges dieser Symptome auftreten und trotzdem kann zurückgeflossene Magensäure in der Speiseröhre unter anderem Verkrampfungen der Herzkranzgefäße bewirken und folglich Herzbeschwerden die Symptome auslösen. Dann sprechen wir vom sogenannten "stillen Reflux". Das Fehlen von Symptomen ist leider nicht gleichbedeutend mit dem Fehlen des Refluxmechanismus.

?: Wie können sich Betroffene helfen?

Prof. Bosseckert: Man sollte sich davor hüten, Reflux-Beschwerden zu unterschätzen oder zu verharmlosen. Schon bei gelegentlich auftretendem Sodbrennen gilt es zu handeln. Dann ist die Einnahme sogenannter "Antazida", die schnell und zuverlässig wirken, zu erproben. Antazida sind in der Regel aus natürlichen mineralischen Substanzen zusammengesetzt und neutralisieren die überschüssige Magensäure rasch und effektiv. Gleichzeitig sind sie sehr gut verträglich.

?: Können Sie uns Näheres berichten? Ihnen liegt ja das Resultat einer aktuellen Studie vor, in der gerade die hohe Wirksamkeit eines speziellen Antazidums (Maaloxan Kautablette, rezeptfrei, Apotheke) zum wiederholten Male belegt wurde.

Prof. Bosseckert: Im Rahmen der Studie erhielten 650 Patienten, die über Sodbrennen und säurebedingte Oberbauchbeschwerden klagten, drei- bis viermal täglich eine solche Kautablette. Mehr als zwei Drittel der Patienten waren innerhalb von nur 20 Minuten beschwerdefrei und innerhalb von 60 Minuten waren es 86%. Der in der klinischen Studie eingesetzte Wirkstoff Algeldrat legt sich wie eine schützende Gel-Matrix über die empfindliche Speiseröhren- und Magenschleimhaut. Die überschüssige Magensäure wird neutralisiert und infolgedessen die Reizung des vegetativen Nervensystems deutlich verringert.

?: Welche Ratschläge können Sie den Betroffenen über eine solche Maaloxan-Säureabschirmung hinaus zur Vorbeugung noch geben?

Prof. Bosseckert: Von der Ernährungsseite sollte man weitgehend auf reichhaltige und späte Mahlzeiten, Fettes und Süßes, Kaffee, Zitrussäfte und Alkoholika verzichten. Auch Nikotin wirkt ungünstig. Vorhandenes Übergewicht sollte reduziert werden und keine enge Kleidung oder enge Gürtel getragen werden. Wer mit erhöhtem Oberkörper schläft, erschwert den Rückfluß des Mageninhalts und schützt seine Speiseröhre vor dem Säureangriff. Abends nicht so spät essen.

Quelle
  • © White-Lines Medienservice, Lohnweiler, Mai 2004.
  • Bildquelle: Klosterfrau Gesundheits-Service.

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